Den Service Desk auszulagern bedeutet, dass ein Unternehmen seinen IT-Support ganz oder teilweise an einen externen Dienstleister übergibt. Dieser übernimmt dann die Bearbeitung von Anfragen, die Störungsbehebung und die Anwenderbetreuung, entweder remote, vor Ort oder in einer Kombination aus beidem. Die folgenden Abschnitte klären die wichtigsten Fragen rund um dieses Modell.
Welche Aufgaben übernimmt ein ausgelagerter Service Desk?
Ein ausgelagerter Service Desk übernimmt alle Aufgaben, die im laufenden IT-Betrieb anfallen und direkt mit dem Anwender in Berührung kommen. Dazu zählen die Entgegennahme und Bearbeitung von Störungsmeldungen, die Verwaltung von Benutzerkonten und Zugriffsrechten sowie die Installation und Aktualisierung von Software. Der externe Dienstleister agiert dabei als First- und Second-Level-Support.
Im Einzelnen umfasst das typischerweise folgende Bereiche:
- Fehleranalyse und Störungsbehebung auf Client-Systemen, etwa unter Windows 10 und Windows 11
- Einrichtung und Betreuung von Druckern, Videokonferenzsystemen und mobilen Geräten
- Softwareverteilung und Installation, zum Beispiel über Verteilungswerkzeuge wie Matrix42
- Verwaltung von User-Accounts und Berechtigungen in Active Directory oder vergleichbaren Systemen
- Inventarisierung von Hard- und Software
- Administration von Netzwerkumgebungen, SharePoint-Installationen und Datenbankservern
Wie weit der Aufgabenbereich reicht, legt das Unternehmen gemeinsam mit dem Dienstleister im Vorfeld fest. Manche Betriebe lagern nur den First-Level-Support aus und behalten den Second Level intern. Andere übergeben den gesamten IT-Betrieb.
Was sind die Vorteile des Service-Desk-Outsourcings für den Mittelstand?
Für mittelständische Unternehmen liegt der größte Vorteil des IT-Service-Desk-Outsourcings darin, dass sie qualifizierten IT-Support erhalten, ohne eine eigene Abteilung mit Vollzeitkräften aufbauen und finanzieren zu müssen. Das senkt Fixkosten, macht Kapazitäten flexibel skalierbar und entlastet die internen Mitarbeiter vom Tagesgeschäft.
Konkret profitieren Unternehmen in der Regel von folgenden Punkten:
- Planbare Kosten: Statt schwankender Personalkosten gibt es klar definierte Vertragspauschalen oder stundenbasierte Abrechnung.
- Zugang zu breitem Fachwissen, das intern kaum in dieser Tiefe vorgehalten werden könnte.
- Schnellere Reaktionszeiten, weil der externe Dienstleister auf Support spezialisiert ist und Prozesse bereits etabliert hat.
- Entlastung der Geschäftsführung von IT-Personalthemen wie Urlaub, Krankheit oder Fluktuation.
- Möglichkeit zur Erweiterung auf 24/7-Betrieb ohne eigene Nachtschichten.
Gerade für Betriebe, die kein eigenes IT-Personal haben oder deren IT-Mitarbeiter mit strategischen Projekten ausgelastet sind, schafft das Auslagern des IT-Helpdesks spürbare Freiräume.
Was ist der Unterschied zwischen Outsourcing und Outtasking beim Service Desk?
Beim Service-Desk-Outsourcing übergibt ein Unternehmen die gesamte Verantwortung für einen Bereich an einen externen Anbieter. Beim Outtasking hingegen werden einzelne Aufgaben oder Tätigkeiten ausgelagert, während die Steuerung und Gesamtverantwortung intern verbleibt. Der wesentliche Unterschied liegt also im Umfang der Verantwortungsübertragung.
In der Praxis bedeutet das:
- Outsourcing eignet sich, wenn ein Unternehmen keine eigene IT-Abteilung hat oder den gesamten Support abgeben möchte. Der Dienstleister agiert dann eigenverantwortlich und bringt eigene Prozesse mit.
- Outtasking passt, wenn ein Unternehmen bestimmte Engpässe schließen will, zum Beispiel bei Urlaub oder Projekten, aber die Kontrolle behalten möchte. Hier arbeiten externe Kräfte nach internen Vorgaben.
Beide Modelle lassen sich vertraglich unterschiedlich gestalten, etwa als Dienstvertrag, Werkvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung. Welches Modell sinnvoller ist, hängt von der internen Struktur und dem gewünschten Kontrollgrad ab.
Wie läuft die Übergabe an einen externen Service Desk ab?
Die Übergabe an einen externen Service Desk verläuft in mehreren Phasen: Zunächst werden die bestehenden IT-Strukturen, Prozesse und Systeme dokumentiert. Dann definieren beide Seiten gemeinsam den Leistungsumfang, die Kommunikationswege und die Reaktionszeiten. Erst danach beginnt der operative Betrieb, oft mit einer Parallelphase zur Qualitätssicherung.
Eine strukturierte Übergabe umfasst typischerweise:
- Bestandsaufnahme der vorhandenen IT-Umgebung, Systeme und Anwendergruppen
- Definition des Leistungsumfangs und der Service-Level-Agreements
- Übergabe von Dokumentationen, Zugängen und Inventarlisten
- Einarbeitung des externen Teams in unternehmensspezifische Besonderheiten
- Testbetrieb mit engem Feedback-Austausch
- Vollständige Übernahme des laufenden Betriebs
Wie aufwendig dieser Prozess ist, hängt stark davon ab, wie gut die eigene IT-Infrastruktur dokumentiert ist. Unternehmen mit lückenhafter Dokumentation sollten einkalkulieren, dass die Einarbeitungsphase länger dauert.
Wann sollte ein Unternehmen seinen Service Desk nicht auslagern?
Das Auslagern ist nicht in jedem Fall die richtige Wahl. Wenn ein Unternehmen sehr spezifische, hochsensible IT-Umgebungen betreibt, die tiefes internes Know-how erfordern, kann ein externer Dienstleister diese Anforderungen möglicherweise nicht vollständig erfüllen. Auch wenn bereits ein gut eingespieltes internes Team vorhanden ist, bringt Outsourcing oft keinen nennenswerten Mehrwert.
Weitere Situationen, in denen Vorsicht angebracht ist:
- Wenn regulatorische Anforderungen den Verbleib bestimmter Daten und Prozesse im Unternehmen vorschreiben
- Wenn die interne IT strategisch so eng mit dem Kerngeschäft verknüpft ist, dass eine externe Übergabe Reibungsverluste erzeugt
- Wenn das Unternehmen keine klaren Anforderungen definieren kann, weil Prozesse intern noch nicht strukturiert sind
In solchen Fällen ist es sinnvoller, zunächst intern Ordnung zu schaffen oder nur einzelne Aufgaben per Outtasking abzugeben, bevor ein vollständiger Wechsel in Betracht gezogen wird.
Worauf sollte man bei der Wahl eines Service-Desk-Anbieters achten?
Bei der Wahl eines Anbieters für das Auslagern des IT-Helpdesks kommt es vor allem auf Herstellerunabhängigkeit, nachgewiesene Erfahrung im Mittelstand und transparente Vertragsmodelle an. Ein guter Anbieter berät neutral, ohne eigene Produkte in den Vordergrund zu stellen, und passt seine Leistungen an das tatsächliche Budget und den Bedarf an.
Konkrete Auswahlkriterien:
- Reaktionszeiten und Erreichbarkeit: Gibt es definierte Service-Level, und wie wird bei Nichteinhaltung verfahren?
- Flexibilität der Vertragsmodelle: Sind Dienst-, Werk- und Überlassungsverträge möglich?
- Referenzen aus vergleichbaren Branchen oder Unternehmensgrößen
- Klarheit über Datenschutz und Informationssicherheit, besonders bei Remote-Zugriffen
- Möglichkeit zur schrittweisen Ausweitung oder Reduzierung des Leistungsumfangs
Anbieter, die auch Freelancer-Ressourcen einsetzen, sollten transparent machen, wie diese eingebunden und gesteuert werden. Für Unternehmen, die selbst Fachkräfte suchen oder ausbilden, kann es zudem interessant sein zu prüfen, ob der Anbieter auch im Bereich IT-Ausbildung und Jobs aktiv ist.
Wie Thönnes beim Auslagern des Service Desks unterstützt
Thönnes Datensysteme GmbH begleitet mittelständische Unternehmen aus dem Großraum München seit über drei Jahrzehnten beim IT-Outsourcing. Als herstellerunabhängiger Dienstleister ohne eigenen Hard- oder Softwarevertrieb gibt Thönnes ausschließlich neutrale Empfehlungen, die sich am tatsächlichen Bedarf und Budget orientieren.
Das Leistungsangebot umfasst:
- First- und Second-Level-Support, remote und vor Ort
- Verwaltung von Benutzerkonten, Berechtigungen und Softwareinstallationen
- Betreuung von Windows-Umgebungen, SharePoint, SQL-Servern und Videokonferenzsystemen
- Flexible Vertragsmodelle: Dienstvertrag, Werkvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung
- Optionaler 24/7-Betrieb für Unternehmen mit erhöhten Verfügbarkeitsanforderungen
Wer seinen Service Desk auslagern möchte und einen verlässlichen Partner sucht, der sich individuell anpasst statt Standardpakete zu verkaufen, kann direkt Kontakt zu Thönnes aufnehmen und ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren.
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